Alex Hepburn

Das Album „Together alone“ ist eigentlich recht nett anzuhören. Ein ganz zarter Hauch des Geistes von Janis Joplin weht dabei durch das Zimmer. Von typischen Radiohits wie dem Song „Under“ bis hin zu toll aufbereiteten Balladen hat das facettenreiche Debüt-Album der schottische Sängerin Alex Hepburn einiges zu bieten. Und natürlich darf bei neuen stimmgewaltigen Künstlerinnen auch die Zusammenarbeit mit Linda Perry, der ehemaligen Frontsängerin von Four non Blones (Größter Hit „What’s up“) nicht fehlen. Perry hat in den letzten Jahren bereits extrem erfolgreich mit Künstlerinnen wie Pink, Christina Aguilera und Gwen Stefani zusammengearbeitet. Auch die Zusammenarbeit mit Alex Hepburn bei dem Lied „Pain is“ zählt wieder zu den gelungensten Nummern auf dem Album. Trotz oder vielleicht sogar gerade aufgrund des sehr professionell aufbereiteten Albums bleiben wahre Gefühle beim Gesang jedoch ein wenig auf der Strecke. Dieser wirkt extrem glatt gebügelt.

Um echte Gefühle beim Singen von Hepburn zu hören wollte ich mich noch einmal live von ihren Gesangsqualitäten überzeugen. Im gut gefüllten Backstage-Werk gab sie mit leichter Verspätung ihr Münchner Bühnendebüt. Zunächst war von dem Erfolg und den großen Konzerten die sie in Frankreich schon gespielt hat nicht viel zu hören und zu sehen. Eher gelangweilt wurden die ersten Lieder förmlich abgesungen. Eine Hand am Mikro und die andere immer im und am Auge. Scheinbar hat der Kajal im Auge gezwickt.

Zum Ende des Konzerts hin hatte sich Hepburn dann aber warm gesungen, sie legte deutlich mehr Gefühl in ihre Stimme und auch die talentierte Band im Hintergrund spielte die Frontsängerin nicht mehr komplett an die Wand. Denn in der ersten Hälfte des Konzertes sang Hepburn noch, trotz gewaltigen Stimmvolumens, verzweifelt gegen die nach vorne pushende begleitende Band an. Zum Ende des Abends durfte man als Gast erahnen welches Potential sich noch in den Lungenflügeln von Hepburn befindet. An der Bühnenpräsenz kann noch gefeilt werden. Vielleicht hatte Sie aber auch einfach nicht die große Motivation sich auf einer kleinen Bühne, vor wenig Publikum, zu beweisen, nachdem sie zum Beispiel schon als Vorband von Bruno Mars in größeren Hallen aufgetreten ist.