Curse in München

Seit Jahren von einigen als Schmuse Hip-Hopper verpönt, in den letzten Jahren Hip-Hop technisch fast verschwunden und in der Erfolgswelle von deutschem Hip-Hop wieder aufgetaucht – Curse aus Minden. Gerade den letzten Punkt halten ihm viele Leute aus der Hip-Hop-Szene gerne vor. Fakt ist: Jedes von mir besuchte Curse-Konzert war bis jetzt ein Highlight. Und auch der Auftritt am 14.01 2015 im Münchener Ampere war – ohne bereits vorzugreifen – jeden Cent wert.

Begleitet wurde Curse, wie auch schon auf seinen früheren Konzerten von einer kleinen Live-Band. Zwei Drummer beladen mit Trommeln, Synthies, Pads und Drum Machines sowie einer Gitarre. Die Mischung aus alten Songs wie der erfolgreichen Ballade „Was ist jetzt“, oder auch „10 Rap Gesetze“ und vielen Songs des am 31.10.2014 veröffentlichten Albums „Uns“ gaben die perfekte Live-Mischung ab. Die auf dem Album eher ruhigen Songs bekamen live noch einmal eine ganz andere Impulsivität – die eingesetzten Trommeln taten ihr Übriges. Und wenn dann Curse selbst noch wie ein kleiner verliebter Teenager auf der Bühne bei seinen neuen Songs auf – und absprang – dann musste man einfach mit ihm lachen. Aber genauso gab es auch einige Tränen im Publikum als Curse die Hintergrundgeschichte zu dem neuen, extrem berührenden Song „Kristallklarer Februar| Für P.“ erzählte. Das Lied handelt von einem guten Freund und Weggefährten – der leider viel zu früh aufgrund von Krankheit – gestorben ist. Die Lyrics schildern detailliert und sehr authentisch das letzte Treffen und Gespräch von Curse und seinem Freund P.

Man kann nun darüber streiten, was so intensive und emotionale Gefühle auf einem Konzert zu suchen haben. Das mag für die Leute zutreffen, die zu Konzerten nur zum Feiern gehen. Andere vertreten die Meinung: Musik muss das Herz berühren. Sie soll Dich zum Lachen und zum Weinen bringen. Und das kann ich mit aller Sicherheit sagen: Beides hat Curse bei seinem Konzert im Ampere definitiv wieder einmal hervorragend geschafft.

Im Anschluss an das Konzert konnte man den Rapper aus Minden noch an der Ampere-Bar antreffen, wo er sich für jeden einzelnen Fan Zeit nahm, alles unterschrieb was ihm vor die Nase gehalten wurde und sich bereitwillig mit allen fotografieren ließ. Ein extrem authentisches Konzert, und ein extrem authentischer Künstler mit der Gabe fast immer die richtigen Worte zu finden.