hot stuff

Chili-Schokolade, Chili-Chips, Chili-Bier, Chili-Popcorn, Chili-Sekt diese Liste könnte noch ewig weiterge­führt werden. Noch nie zuvor gab es solch einen Hype um die kleinen roten Scho­ten. So sind Scharf-Ess-Wettbewerbe inzwischen fern­seh­prog­rammfül­lend und auch das Highlight auf Messen und Grillfesten. Doch was hat es mit der kleinen roten Schote eigentlich genau auf sich? Was macht sie zu so etwas Besonderem, dass sie aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken sind?

Ihren Ursprung hat die Chili in Mittel- und Südamerika und das bereits vor etwa 9.000 Jahren. Schon Urvölkern wie die Atz­teken und die Mayas schätzten das Gewächs. Als Urform der Chili gilt die Birds-Eye-Frucht, häufig auch Tepin ge­nannt. Diese Sorte ist sehr scharf und bildet nur kleine Früch­­te aus, diese ähneln den uns bekannten Vogelbeeren und sind bei den Vögeln  auch ähnlich beliebt. Da die Re­zep­­toren von Vögeln anders aufgebaut sind als bei Säu­­getieren können sie die Schärfe, die uns immer noch lan­g­e Zeit den Atem raubt, nicht wahrnehmen. Dank den langen Strecken die Vögel zurücklegen konnte sich diese Sorte überhaupt wei­ter ausbreiten. Auch heute wach­sen zum Beispiel in Mexico noch Bird Pep­pers. Das Ge­würz ist bei uns relativ teuer, da jede klei­ne Kugel von Hand ge­pflückt werden muss.

Als die Spa­nier Ende des 15. Jh. n. Chr. die Neue Welt entdeckten, nah­men sie auch die zur Fa­­milie der Nacht­schat­ten­ge­wäch­se gehörenden, Chili­pflan­­­zen mit. In der feuchtheißen Re­gion des Mit­tel­meer­rau­­mes gedeihen die Pflanzen bes­tens.
Heute werden Chi­lis auch in Afrika und Asien angebaut. Es gibt unzählige Ar­­ten, und alle unterscheiden sich nach Farbe, Größe und Schär­­fe. Die Farbe reicht von grün über leuchtend rot bis braun und lila- schwarz, die Größe von winzig bis extrem groß, die Schärfe von mild bis brennend scharf. Generell gilt: je kleiner die Chilis, desto schärfer sind sie – je grüner sie sind, desto milder schmecken sie.

chili-thermometer
Verschiedene  Züchter und Länder streiten im­mer wieder um die schärfste Chili der Welt. Festgelegt wird die Schärfe mit dem Wert Scoville. Man analysiert hier­­zu den Gehalt an dem Stoff Capsaicin in den Früchten. Eine normale Parika ohne Schärfe be­sitzt etwa den Sco­ville Wert 0-10, die Schärfe der Pepperoni befindet sich zwi­schen 100 und 500 Scoville, die Tabascosauce liegt schon bei 2.500-5000 Scoville, die bekannten Piri-Piris haben etwa ei­nen Sco­villewert  von 50.000–100.000. Es geht noch um einige Stel­­len höher. Um die Einordnung ein wenig zu vereinfachen existiert inzwischen auch ein schärfe Tabelle von 1 bis 10. Die Bhut-Jolokia Frucht aus Indien gilt seit 2006 als die schärfste Chili der Welt. Bei Messungen ergaben sich Werte im Be­reich von etwa 2.000.000 Scoville. Nachdem sie zur schärfs­ten Chili der Welt gekürt wurde stiegen die Ver­kaufs­preise natürlich rapide an. Die Schärfe ist hier allerdings im­mer von den klimatischen Bedingungen ab­hän­gig. Im Schre­ber­garten ir­gendwo in Deutschland wird man vermutlich keine Berühmtheit durch die Züch­tung der schärfsten Chili der Welt erlangen.

Wie viel Schärfe man im Essen erträgt sei jedem selbst überlas­sen. Nebeneffekte des Chiligenusses sind ein starkes Hit­zeempfinden sowie ein Brennen der Schleimhäute. Über Ne­benwirkungen wird und wurde häufig diskutiert. Fakt ist al­lerdings, in China dachte man früher Chilis würden das Le­ben verlängern, in Indien behandelt man mit Chili Man­del­ent­zündungen, in Russland legt man sie in Wodka ein – das soll gegen Erkältungen helfen, in Wärme­pfla­s­tern finden sich heute auch Anteile von Capsaicin und gerade Hö­mo­pa­ten schwören auf die heilenden Wir­kungen durch den Ge­nuss der scharfen Frucht. Klingt vielversprechend, oder?

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