Kaffeesatz und seine Verwendung

Neulich habe ich mir ein Packerl Kaffee von der Tegernseer Kaffeerösterei gegönnt. Der Kaffee war geschmacklich einfach nur der Wahnsinn. Aber nachdem ich ihn aufgebrüht hatte war nur noch der Kaffeesatz, eines zugegebenerweise nicht ganz billigen Packerls Kaffees übrig. Als ich etwas traurig auf die Überbleibsel im Filter blickte kam mir die Frage: „Was kann ich jetzt mit diesem Häufchen Elend eigentlich noch anstellen, außer es in den Müll zu werfen?“. Also habe ich recherchiert und bin dabei auf viele interessante Ideen zum Nachmachen gestoßen.

Kaffeesatz als Ofenreiniger

Kaffeesatz kannst Du wie Scheuermilch verwenden – nur ohne chemische Zusätze. Einfach rauf damit auf den Lappen und losscheuern.

Hände waschen mit Kaffee

Kaffee hat ja vor allem eine ausschlaggebende Eigenschaft – er neutralisiert unangenehme Gerüche. Zusätzlich wirkt das Kaffeemehl wie ein Peeling. Zwei Eigenschaften die ein wunderbares „Reinigungsmittel“ ergeben. Einfach das Kaffeemehl mit etwas Wasser zwischen den Händen hin- und her reiben. Das Pulver peelt z.B. Farbrückstände von Deinen Händen und neutralisiert unangenehme Gerüche wie etwa Knoblauch nach dem Kochen einer Pastasauce. Zusätzliches Plus: Die noch vorhandenen Öle im Kaffeemehl schützen Deine Hände vor dem Austrocknen.

Haarspülung mit Kaffeeduft

Angeblich verleiht Dir der Kaffeesatz volles und glänzendes Haar. Dazu einfach eine Portion Kaffeemehl auf Deine Haare geben und dann gründlich einmassieren. Nun etwa 10 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen. Zugegeben, ich habe das noch nicht selbst probiert weil ich mit Sicherheit eine Stunde mit dem Ausspülen beschäftigt wäre. Vermutlich eher etwas für kürzer gehaltene Frisuren.

Schönere Haut dank Kaffeesatz

Ganz wichtig: Vor der Anwendung solltest Du sicherstellen, dass Dein Kaffeemehl nicht schimmelt. Also entweder verwendest Du es gleich nachdem Du Deinen Kaffee ausgetrunken hast, oder Du achtest darauf, dass das Kaffeepulver wirklich gut trocknen kann.
Und dann kann es mit der eigentlichen Anwendung losgehen. Reibe Deinen Körper mit Kaffeemehl ein und genieße den Peeling-Effekt. Überflüssige Hautrückstände werden dabei entfernt. Damit der Kaffeesatz besser einziehen kann – kannst Du die eingeriebenen Stellen mit Frischhaltefolie umwickeln.
Für das Gesicht empfiehlt sich eine schonendere Peelingvariante: Kaffeesatz mit Olivenöl, Honig und Joghurt vermengen und im Anschluss im Gesicht auftragen. Die Einwirkzeit beträgt etwa fünf Minuten, dann kann das Peeling wieder entfernt werden.

Zutaten:

2 Esslöffel Kaffeepulver
Spritzer Olivenöl
ein Teelöffel Honig
1/2 Becher Joghurt
Prise Salz vermengt
Der Kaffee reinigt die Haut, das Salz erzielt ein zusätzlichen Peeling-Effekt, Joghurt kühlt und die Milchsäure hilft gegen Hautunreinheiten, das Olivenöl und der Honig pflegen die Haut durch ihr Inhaltsstoffe.

Blumendünger

Meine Oma hat ihren Kaffeefilter früher einfach immer im Ganzen aus dem offenen Fenster geworfen. Das Blumenbeet war übersäht mit organischem Kaffeedünger. Anfangs etwas verstört – gewöhnte ich mich recht schnell an den Anblick. Manchmal durfte sogar ich den Kaffeefilter werfen. Und in der Tat, Kaffeesatz eignet sich sehr gut als Pflanzendünger – da er viele Mineralstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor enthält. Und angeblich hilft der Kaffeesatz sogar gegen Katzen – da diese den Geruch lieber meiden. Diese Erfahrung kann meine Oma mit Ihrem Blumenbeet trotz des vielen Kaffeesatzes allerdings nicht teilen. Aber vielleicht handelt es sich ja um Schleichkatzen, die vom Kaffeeduft angezogen werden.

Geruchsneutralisierung

Dein Kühlschrank duftet wieder ganz dezent nach dem Bergkäse den Du neulich von Deinem Ausflug aufs Land mit nachhause gebracht hast? Zur Brotzeit wunderbar – aber morgens beim Schluck Milch aus der Flasche im Kühlschrank doch etwas störend? Dagegen hilft Kaffeemehl. Denn dieses nimmt sämtliche Gerüche auf und schon duftet der Kühlschrank vor allem nach Kaffee.
Allerdings solltest Du für diese Verwendung frisch gemahlten Kaffee verwenden. Mit dem Kaffeesatz wird es hier ausnahmsweise nichts. Aber bestimmt hast Du noch ein paar Bohnen, die schon etwas älter sind, die also perfekt als Wunderbaum für den Kühlschrank fungieren können.

Foto: Felipe Rizo – unsplash.com