Rachel Yamagata endlich live in München

Ein Konzert mit Charme, Tequila und einer unfassbar berührenden Stimme – die Singer- und Songwriterin Rachel Yamagata war zu Besuch im Münchner Milla (19.02.2015).

Ihre Mutter wurde in China geboren und besitzt deutsch-italienische Wurzeln, der Vater ist ein japanisch stämmiger Amerikaner. Yamagata selbst wurde in Amerika groß. Ihren ersten Solo-Plattenvertrag ergatterte Sie im Jahre 2002. Seit dem hat sie drei Alben und drei EPs veröffentlicht. Viele Lieder von ihr hat man vielleicht sogar schon gehört auch wenn einem gar nicht klar war, von wem die Songs stammten. Einige ihrer Songs dienten bereits zur Untermalung von Serien wie „Nip/Tuck“, „Emergency Room“ oder „OC California“ sowie diversen Kinofilmen.

Und so war es nun umso spannender die Frau aus dem Off endlich auch mal live auf der Bühne zu sehen. Das Milla war gut gefüllt, was auch die Künstlerin selbst überraschte. „Woher kennt ihr nur meine Musik? Unglaublich wie viele von euch gekommen sind. „Yamagata reist auf ihrer Clubtour durch Deutschland ohne Band im Gepäck. Nur sie, ihre unglaublich abwechslungsreiche Stimme, ein Piano, ein Keyboard und eine Gitarre. Zwischen diesen Instrumenten wechselte Sie dann auch regelmäßig – und zog ganz alleine das Publikum in ihren Bann. Auch wenn man Yamagata zugestehen muss, dass sie am Klavier wirklich gut ist, an der Gitarre konzentriert sie sich eher auf einfache Griffe und Wiederholungen. Aber sie weiß selbst, dass die Gitarre nicht zu ihren größten Stärken zählt und nimmt das gleich wieder zum Anlass sich darüber lustig zu machen: „Ich werde nun immer und immer wieder die selben vier Akkorde spielen!“ Doch ihr Gesang stellte auch die nicht perfekten Gitarrenklänge schnell in den Schatten. Ihre bekanntesten Lieder wie zum Beispiel „You wont’t let me“ und „The Reason Why“ durften in ihrer Setlist natürlich nicht fehlen. Dabei wechselte ihre Stimme zwischen leisen und lauten sowie glockenhellen und extrem rauchigen Klängen.

Sie nimmt sich und ihre doch sehr emotionale Musik, das komplette Konzert über aufs Korn. Die Musik ist deshalb keinesfalls weniger berührend, und auch nach immer wieder einsetzenden Lachanfällen bekommt sie die Kurve, beginnt zu singen und bringt das komplette Milla sofort wieder zum schweigen. Ein wahres Wechselbad der Gefühle. Das Publikum lacht und leidet mit Yamagata. Sie nimmt zwischen den Liedern das eine oder andere Mal einen kräftigen Schluck aus ihrem Tequilaglas und plaudert mit dem Publikum. So fragt sie irgendwann:“How do I say Fuck you love in German?“ Die Antwort folgt sofort: „Fick dich Liebe“. Was sie dann an diesem Abend noch öfter nachsagen wird. Zum Ende des Konzerts verspricht sie wiederzukommen, mit mehr Liedern im Gepäck und ein paar Kilos weniger auf den Hüften.

Alles in allem ein grandioses Club-Konzert mit einer perfekte Location, der perfekte Stimme, einem hohen Unterhaltungswert mit Charme, Witz und einer Brise zu viel Tequila. Dem Publikum hat es gefallen und auch Yamagata fühlte sich sichtlich wohl. Und so mischte sie sich später noch unter die Menge, stand den Fans brav Rede und Antwort und begrüßte und umarmte so gut wie jeden der noch anwesenden Gäste – bodenständig und sympathisch. Das neue Album, das erste seit 2012, steht in den Startlöchern, lassen wir uns überraschen wo es sie dann noch hintreibt. In Südkorea ist sie schließlich schon ein Superstar und füllt regelmäßig große Konzerthallen.